Seminar: Derrida und die Rechtsphilosophie
Die Veranstaltung bearbeitet zwei Reihen von Themen und bezieht sie aufeinander. Zum einen sind das zentrale Konzepte der modernen Rechtsphilosophie (die Lage „vor dem Gesetz“, Regel und Regelanwendung, der Entscheidungszwang der Justiz, der gleichzeitige und widersprüchliche Macht- und Rechtsanspruch der Polizei, das Recht des Stärkeren und die Idee der Demokratie), zum anderen die Werke von Jacques Derrida (1930-2004), in denen diese Themen bearbeitet und verändert werden. Geplant sind deshalb Beiträge zu Rechtsphilosophie und Methodenlehre und solche zu Werken von Jacques Derrida:
- 29. Oktober: Derrida: Einführung und Vorstellung
- 5. November: Die Lage „vor dem Gesetz“: Der Mann vom Lande; Text: Franz Kafka: Vor dem Gesetz
- 12. November: Derrida: Préjugés/ Vor dem Gesetz (1992)
- 19. November: Regel und Regelanwendung; Text: Larenz/Canaris, Methodenlehre der Rechtswissen-schaft, 2. Kap. „Die Lehre vom Rechtssatz“
- 26. November: Derrida: Gesetzeskraft/Force de Loi 1991, S. 46-48.
- 3. Dezember: Der Entscheidungszwang der Justiz; Text: Marie Theres Fögen: „Rechtsverweigerungsverbot. Anmerkungen zu einer Selbstverständlichkeit“, in: Vismann/Weitin (Hrg.), Urteilen/Entscheiden, München 2006, S. 37 ff.
- 10. Dezember: Derrida: Gesetzeskraft/Force de Loi 1991, S. 49-59
- 18. Dezember: Der gleichzeitige und widersprüchliche Macht- und Rechtsanspruch der Polizei; Text: Walter Benjamin, Zur Kritik der Gewalt
- 14. Januar: Derrida: Gesetzeskraft/Force de Loi 1991, S. 66-114/li>
- 21. Januar: Das Recht des Stärkeren; Text: Niccolo Macciavelli, Der Fürst (insbes. 15.-21. Kapitel)
- 28. Januar: Derrida: Schurken/Voyous 2004 („Das Recht des Stärkeren – Gibt es Schurkenstaaten? S. 15-158)
- 4. Februar: Die Idee der Demokratie; Text: Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag (insbes. 3. Buch)
- 11. Februar: Derrida: Politik der Freundschaft, Kap. 10.
Ein Nachweis im Schwerpunktbereichsstudium wird erworben durch mündlichen Beitrag (10minütiger Impuls und anschließende Diskussionsbeiträge) und schriftliche Ausarbeitung (15-20 S. mit Literaturverarbei-tung, vorzulegen bis zum 15.3.2010), ein Nebenfachschein erfordert Teilnahme an der Veranstaltung und eine dort vereinbarte schriftliche Arbeit (Bedingungen wie zuvor).
Der Autor ist erreichbar. Es gibt einen Kanal für Kommunikation.
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